{"id":99987,"date":"2021-03-02T13:09:05","date_gmt":"2021-03-02T13:09:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2021\/03\/le-rheintal-a-larret-sans-frontaliers\/"},"modified":"2024-02-05T15:23:29","modified_gmt":"2024-02-05T14:23:29","slug":"ohne-grenzgaenger-steht-das-rheintal-still","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2021\/03\/ohne-grenzgaenger-steht-das-rheintal-still\/","title":{"rendered":"Ohne Grenzg\u00e4nger steht das Rheintal still"},"content":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick scheint es wenig: Grenzg\u00e4ngerinnen und Grenzg\u00e4nger machen im Kanton St. Gallen lediglich 3 Prozent aller Arbeitskr\u00e4fte aus. Die rund 10\u2019000 Personen stammen haupts\u00e4chlich aus \u00d6sterreich, Deutschland und dem F\u00fcrstentum Liechtenstein \u2013 wobei Letztere keine Grenzg\u00e4ngerbewilligung ben\u00f6tigen. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber: W\u00e4hrend Grenzg\u00e4nger im gesamten Kanton \u2013 etwa im Toggenburg und im Linthgebiet \u2013 nur eine untergeordnete volkswirtschaftliche Rolle spielen, kommt ihnen im Rheintal mit seiner weltweit beachteten Pr\u00e4zisionsg\u00fcterindustrie eine Schl\u00fcsselfunktion zu. Dort stellen Grenzg\u00e4nger rund 11 Prozent der Arbeitskr\u00e4fte. Ohne sie ginge dort in den zahlreichen exportorientierten Betrieben nichts mehr.<\/p>\n<p>Die Situation im Kanton St. Gallen unterscheidet sich grundlegend von der Ausgangslage in anderen Landesteilen. Sieht man von vereinzelten, mehr technischen Diskussionen zur Quellenbesteuerung von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die nach Liechtenstein pendeln, ab, treten Spannungen und Probleme, welche andernorts existieren, hier nicht zum Vorschein. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind nebst kulturellen Gemeinsamkeiten \u00f6konomischer Natur. Ein Blick \u00fcber die Grenze zeigt, dass sich auch in Vorarlberg, im F\u00fcrstentum Liechtenstein und in den deutschen Grenzgebieten die Wirtschaft in der Vergangenheit gut entwickelt hat und auch dort zahlreiche neue Arbeitspl\u00e4tze entstanden sind.<\/p>\n<p>Zwar hat die Zahl der Grenzg\u00e4nger auch im Kanton St. Gallen seit 2010 in der Tendenz kontinuierlich zugenommen. Der Grund daf\u00fcr liegt am attraktiven Stellenangebot im Grenzraum Rheintal. Das Lohngef\u00e4lle zwischen Vorarlberg, aus dem der \u00fcberwiegende Teil der Grenzg\u00e4nger stammt, und dem St. Galler Rheintal ist aber weniger gross als landl\u00e4ufig vermutet. Man darf also festhalten: Im Zusammenhang mit der Grenzg\u00e4ngerthematik ist weder ein Verdr\u00e4ngungswettbewerb noch Lohndumping feststellbar.<\/p>\n<h2><strong>Funktionierender Arbeitsmarkt<\/strong><\/h2>\n<p>Auf das Qualifikationsniveau bezogen, machen die Fachkr\u00e4fte sowie die F\u00fchrungskr\u00e4fte und Akademiker den gr\u00f6ssten Teil der Grenzg\u00e4nger aus. Betrachtet man jedoch die Entwicklung seit 2016, so zeigt sich eine deutliche Zunahme vor allem im Bereich der Hilfsarbeitskr\u00e4fte. Die Anzahl der Fachkr\u00e4fte und Techniker hat sich seit 2016 nur geringf\u00fcgig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Da die St. Galler Arbeitgeber bei der Besetzung offener Stellen nicht explizit nach Grenzg\u00e4ngern suchen und die regionalen Stellenplattformen grenz\u00fcberschreitend funktionieren, ist es nachvollziehbar, dass sich bei entsprechenden Angeboten auch Interessenten aus Vorarlberg auf offene Stellen bewerben und den Zuschlag erhalten. Die Entwicklung beweist, dass der Arbeitsmarkt im gew\u00fcnschten Mass spielt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick scheint es wenig: Grenzg\u00e4ngerinnen und Grenzg\u00e4nger machen im Kanton St. Gallen lediglich 3 Prozent aller Arbeitskr\u00e4fte aus. Die rund 10\u2019000 Personen stammen haupts\u00e4chlich aus \u00d6sterreich, Deutschland und dem F\u00fcrstentum Liechtenstein \u2013 wobei Letztere keine Grenzg\u00e4ngerbewilligung ben\u00f6tigen. 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