{"id":147472,"date":"2015-02-02T17:04:22","date_gmt":"2015-02-02T17:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/02\/ungleiche-einkommensverteilung-hemmt-wirtschaftswachstum\/"},"modified":"2023-08-24T00:32:24","modified_gmt":"2023-08-23T22:32:24","slug":"ungleiche-einkommensverteilung-hemmt-wirtschaftswachstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/2015\/02\/ungleiche-einkommensverteilung-hemmt-wirtschaftswachstum\/","title":{"rendered":"Ungleiche Einkommensverteilung hemmt Wirtschaftswachstum"},"content":{"rendered":"<p>In der Politik spielen Verteilungsfragen eine prominente Rolle. Zahlreiche Philosophen haben versucht, die Basis f\u00fcr eine \u00abgerechte\u00bb Einkommensverteilung zu finden, um Umverteilungsmassnahmen zu rechtfertigen. Nach Ansicht der Utilitaristen m\u00fcsste Einkommen so verteilt werden, dass die Grenznutzen des Einkommens \u00fcber die Gesellschaft hinweg ausgeglichen sind. Gem\u00e4ss dem US-Moralphilosophen John &shy;Rawls wiederum sollten sich die Individuen hinter dem Schleier der Unsicherheit auf eine Umverteilungsformel einigen, die das Einkommen des \u00e4rmsten Mitglieds der Gesellschaft maximiert. In der praktischen Politik sind diese Theorien wenig hilfreich, da sie darauf beruhen, dass der Staat die soziale Wohlfahrt seiner B\u00fcrger maximieren will.&#13;<br \/>\nDemgegen\u00fcber kommt die Public-&shy;Choice-Literatur zum Schluss, dass die real existierende Umverteilung in der Regel als Resultat eines Kampfs zwischen Gruppen innerhalb eines bestimmten institutionellen Rahmens angesehen werden kann. Dabei fliesst der gr\u00f6sste Teil der Transfers an politisch einflussreiche und gut organisierte Gruppen. Die Mittel dazu nehmen diese von Gruppen, die sich am wenigsten dagegen wehren k\u00f6nnen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Kuznets\u2019 optimistische Sichtweise<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFragen der Verteilung von Einkommen und Verm\u00f6gen zwischen Klassen und Personen sowie damit zusammenh\u00e4ngende Fragen von Armut, Umverteilung und Wirtschaftsentwicklung sind Grundthemen der \u00f6konomischen Forschung. Die \u00d6konomie befasst sich seit dem 19. Jahrhundert mit Fragen zum Wechselspiel zwischen Verteilung und Wirtschaftsentwicklung. Schon \u00abKlassiker\u00bb wie David Ricardo und Karl Marx haben untersucht, welche Gruppen im England des 19. Jahrhunderts vom Wirtschaftswachstum profitiert haben \u2013 einer Zeit, die durch steigende Einkommens- und Verm\u00f6gensunterschiede sowie hartn\u00e4ckige Armut charakterisiert war. Beide kommen aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden zum Schluss, dass die Ungleichheit im Laufe der Wirtschaftsentwicklung zunimmt und diese negativ beeinflusst.&#13;<br \/>\nAb den 1950er-Jahren erm\u00f6glichte es die Verf\u00fcgbarkeit erster Verteilungsdaten, diese Fragen nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch zu untersuchen. Gerade die Beziehung zwischen dem Entwicklungsstand eines Landes und der Einkommensverteilung hat viel Aufmerksamkeit erlangt. Der US-\u00d6konom Simon Kuznets ging damals davon aus, dass die Einkommensungleichheiten mit zunehmender Wirtschaftsentwicklung abnehmen. Er gelangte anhand von Daten mehrerer L\u00e4nder zum Schluss, dass sich die Einkommensungleichheit in einem Land in drei Phasen entwickelt: Die Ungleichheit steigt zuerst an, erreicht einen H\u00f6hepunkt und nimmt danach spontan wieder ab. Dieser glockenf\u00f6rmige Verlauf ist seither als Kuznets-Kurve bekannt.&#13;<br \/>\nLaut Kuznets l\u00f6ste die zunehmende Industrialisierung der zuvor landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Gesellschaft diese Entwicklung aus. F\u00fcr seine Annahmen st\u00fctzte er sich insbesondere auf den R\u00fcckgang der hohen amerikanischen Einkommen zwischen 1913 und 1948. Eine Mehrheit der \u00d6konomen untermauerte in den darauffolgenden Jahren Kuznets\u2019 Theorie. Erst ab Mitte der 1990er-Jahre begannen die Forscher, aufgrund besserer Daten, die Kuznets-Kurve infrage zu stellen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Piketty l\u00f6st eine Revolution aus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsbesondere das Buch des franz\u00f6sischen \u00d6konomen Thomas Piketty \u00abLe Capital au XXIe Si\u00e8cle\u00bb hat 2013 ein grosses Medienecho ausgel\u00f6st. Piketty stellt anhand solider und empirischer Zeitreihen Kuznets\u2019 Aussagen infrage. Anders als bei Kuznets ver\u00e4ndert sich bei Piketty der Anteil des reichsten Prozents der US-Bev\u00f6lkerung am Nationaleinkommen (vor Steuern und Transfers) entlang einer u-f\u00f6rmigen Kurve: Zwischen den beiden Weltkriegen nimmt die Ungleichheit ab, bis Ende der 1970er-Jahre bleibt sie stabil, und seit 1980 nimmt sie wieder zu (siehe Grafik 1). Laut Atkinson und Leigh (2010) kann auch in Australien, Kanada, Neuseeland und Grossbritannien eine vergleichbare Entwicklung beobachtet werden.&#13;<br \/>\nIn Frankreich und anderen L\u00e4ndern Kontinentaleuropas sowie Japan<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> nimmt die Kurve bis in die 1980er-Jahre einen \u00e4hnlichen Verlauf. Im Gegensatz zu den angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern gibt es hier am Ende der Periode aber keinen markanten Anstieg der Ungleichheiten und statt in U-Form verl\u00e4uft die Kurve in einer L-Form.&#13;<br \/>\nIn der Schweiz gestaltet sich die Entwicklung regelm\u00e4ssiger. Dank der wirtschaftlichen und politischen Stabilit\u00e4t der Schweiz nimmt die Kurve der hohen Einkommen einen verh\u00e4ltnism\u00e4ssig flachen Verlauf.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Einer neueren Studie zufolge haben die Ungleichheiten in j\u00fcngster Zeit aber tendenziell zugenommen: Der Anteil des obersten Prozents am Nationaleinkommen stieg zwischen 1981 und 2009 um 31%; beim reichsten Promille der Bev\u00f6lkerung betrug die Zunahme im selben Zeitraum sogar 11%.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Weltkriege reduzieren Ungleichheiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie von Kuznets in der ersten H\u00e4lfte des 20.\u00a0Jahrhunderts beobachtete Abnahme der Ungleichheiten ist nach Piketty nicht auf eine bestimmte Phase der wirtschaftlichen Entwicklung zur\u00fcckzuf\u00fchren.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Sie sei vielmehr die Folge verschiedener politischer und wirtschaftlicher Schocks wie der beiden Weltkriege und der Grossen Depression, schreibt er. So liege der R\u00fcckgang in Frankreich etwa insbesondere am Einbruch der hohen Kapitaleinkommen und nicht an einem die Ungleichheiten vermindernden Strukturprozess.&#13;<br \/>\nIn den USA wiederum seien die Ursachen f\u00fcr die Schocks der 1930er- und 1940er-Jahre eher in den Folgen der Grossen Depression als dem Kriegsgeschehen selbst zu suchen, da die USA kaum mit physischer Zerst\u00f6rung von Kapital konfrontiert waren. Das dortige Anschwellen der Ungleichheiten ab 1980 h\u00e4ngt gem\u00e4ss Piketty stark mit dem Ph\u00e4nomen der \u00abTopmanager\u00bb zusammen, einer Gruppe von F\u00fchrungskr\u00e4ften in Grossunternehmen mit sehr hohen, meist von ihnen selbst ohne massgeblichen Bezug zur Produktivit\u00e4t bestimmten Einkommen. So fusse das Einkommenswachstum des obersten Prozents zu rund zwei Dritteln auf diesem Ph\u00e4nomen, der Rest sei auf die g\u00fcnstige Entwicklung der Kapitaleinkommen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Auch Frankreich und Kontinentaleuropa kennen den Aufstieg der Topmanager, jedoch in geringerem Masse, was die Differenz zwischen der amerikanischen Kurve in U-Form und der franz\u00f6sischen in L-Form erkl\u00e4re.&#13;<\/p>\n<h2>Steuerpolitik als Schl\u00fcssel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie grossen Unterschiede zwischen L\u00e4ndern mit einem vergleichbaren technologischen Entwicklungsstand deuten auf einen starken Einfluss der \u00f6ffentlichen Einrichtungen und der Politik hin. Alvaredo et al. (2013) f\u00fchren die historische Entwicklung der Ungleichheiten auf verschiedene Faktoren zur\u00fcck: Steuerpolitik, Arbeitsmarktregulierungen wie der Mindestlohn und Korrelation zwischen Kapital- und Arbeitseinkommen. Insbesondere die Steuerpolitik beeinflusst die Ungleichheiten (siehe Grafik\u00a02). Nach Atkinson und Leigh (2010) besteht ein Zusammenhang zwischen der Senkung der Grenzsteuers\u00e4tze bei den Einkommenssteuern und dem steigenden Anteil der hohen Einkommen am Nationaleinkommen. Auch Alvaredo et al. (2013) stellen eine starke Korrelation zwischen der Reduktion der Steuers\u00e4tze f\u00fcr hohe Einkommen und dem wachsenden Anteil des reichsten Prozents am Nationaleinkommen fest.&#13;<br \/>\nStaatliche Transferleistungen, Einkommenssteuern und Sozialabgaben vermindern demgegen\u00fcber die Einkommensunterschiede. Am deutlichsten ist dieser Umverteilungseffekt laut einem Bericht der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den nordischen L\u00e4ndern D\u00e4nemark, Norwegen, Finnland, Schweden sowie in Slowenien, Tschechien, der Slowakei und Belgien.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Seit den 1990er-Jahren habe die Umverteilung \u00fcber Steuern und Transfers aber in den meisten L\u00e4ndern an Wirksamkeit eingeb\u00fcsst, schreiben die OECD-Experten.&#13;<br \/>\nPiketty unterteilt seine Beobachtungen in konvergierende und divergierende Kr\u00e4fte, wobei letztere die Ungleichheiten verst\u00e4rken. Divergierend wirken das Ph\u00e4nomen der Topmanager sowie die Anh\u00e4ufung und die Konzentration der Verm\u00f6gen in einem Umfeld mit geringem Wirtschafts- und Bev\u00f6lkerungswachstum und hoher Kapitalrendite. Am st\u00e4rksten konvergierend entfaltet sich der Prozess der Wissensverbreitung und der Investition in Qualifikation und Bildung: langfristig das beste Mittel, um Ungleichheiten zu verringern, die Produktivit\u00e4t der Arbeit zu steigern und das globale Wirtschaftswachstum zu erh\u00f6hen.&#13;<\/p>\n<h2>Wie die Ungleichheit auf das &shy;Wirtschaftswachstum wirkt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00d6konomie besch\u00e4ftigt sich seit der Jahrtausendwende vermehrt mit der Frage, wie die Einkommens- und die Verm\u00f6gensverteilung das Wirtschaftswachstum beeinflussen.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Dabei muss zwischen der prim\u00e4ren Verteilung durch den Marktmechanismus und staatlichen Umverteilungsmassnahmen wie einer progressiven Einkommenssteuer oder Transfers unterschieden werden.&#13;<br \/>\nIn fr\u00fcheren Studien wurde noch betont, dass die Ungleichheit Anreize f\u00fcr untere Einkommensschichten setzt, sich hochzuarbeiten (siehe Grafik 3).<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Zudem k\u00f6nnen wohlhabendere Haushalte mehr sparen, was die Investitionsfinanzierung verg\u00fcnstigt.&#13;<br \/>\nDoch ist die Sache komplexer: Denn auch die Bildung von Humankapital ist eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. In welchem Ausmass das Humankapital w\u00e4chst, h\u00e4ngt stark davon ab, wie gross der Zugang der Bev\u00f6lkerung zum Bildungs- und Gesundheitssystem ist.&#13;<br \/>\nDie berufliche Qualifikation und die Gesundheit der Erwerbsbev\u00f6lkerung sind dabei miteinander verkn\u00fcpft: Mit einer besseren Gesundheit nimmt die Lebenserwartung zu, und es lohnt sich, etwa in die eigene Bildung zu investieren.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Zudem arbeiten wir bei guter Gesundheit produktiver. Schliesslich reduziert eine bessere Gesundheit die Fertilit\u00e4tsrate. Dies erlaubt es den Eltern, ihren Kindern eine bessere Bildung zu erm\u00f6glichen.&#13;<br \/>\nEine ungleiche Einkommens- und Verm\u00f6gensverteilung erschwert hingegen die M\u00f6glichkeit breiter Bev\u00f6lkerungsteile, in Bildung und Gesundheit zu investieren. Aufgrund unvollkommener Finanzm\u00e4rkte bleibt Haushalten mit zu geringem Einkommen und Kapital der Zugang zu Bildungskrediten oder die Finanzierung von Gesundheitsdienstleistungen auf dem freien Markt verwehrt. Somit verlangsamt sich die Humankapitalbildung und als Folge davon das Wirtschaftswachstum. Eine anf\u00e4ngliche ungleiche Einkommensverteilung kann ebenfalls die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und damit das Wirtschaftswachstum d\u00e4mpfen, da solch ein kleiner Markt f\u00fcr viele Anbieter relativ unattraktiv ist.&#13;<\/p>\n<h2>Soziale Unruhen bremsen Wachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn einer Demokratie mit ungleicher Einkommens- und Verm\u00f6gensverteilung kann zudem das Verhalten der W\u00e4hler und Politiker das Wirtschaftswachstum beeinflussen.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a> In einem einfachen polit\u00f6konomischen Modell orientieren sich Politiker an demjenigen W\u00e4hler, welcher in der politischen Mitte steht. F\u00fcr diesen sogenannten Medianw\u00e4hler ist es vorteilhaft, umso mehr Umverteilung zu w\u00fcnschen, je st\u00e4rker die prim\u00e4re Ungleichverteilung durch den Marktmechanismus ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich dies aufgrund verzerrender Steuern und Transfers negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.&#13;<br \/>\nWird die Ungleichverteilung hingegen \u00fcber erh\u00f6hte Bildungsausgaben reduziert, k\u00f6nnen positive Wachstumseffekte resultieren. Dar\u00fcber hinaus kann eine zu starke Ungleichverteilung zur Destabilisierung des politischen Systems durch soziale Unruhen f\u00fchren und damit grosse Unsicherheiten f\u00fcr Investoren erzeugen, etwa in Bezug auf die Wahrung von Eigentumsrechten.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> Als Folge werden die Kapitalakkumulation und das Wirtschaftswachstum gebremst. Umverteilungsmassnahmen k\u00f6nnen in diesem Fall wachstumsf\u00f6rdernd wirken.&#13;<br \/>\nDie empirische Literatur ist klar in der Antwort auf die Frage, wie die prim\u00e4re Einkommensverteilung auf das Wirtschaftswachstum wirkt: Die \u00fcberwiegende Anzahl, insbesondere der j\u00fcngeren Studien, kommt zu dem Ergebnis, dass eine ungleiche Verteilung sich langfristig sp\u00fcrbar negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> J\u00fcngste Ergebnisse der OECD zeigen zudem, dass eine Reduktion der Ungleichverteilung zugunsten der unteren und mittleren Einkommen, also der \u00e4rmsten 40% aller Haushalte einer Volkswirtschaft, das Wirtschaftswachstum deutlich bef\u00f6rdern w\u00fcrde.<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a> Dies widerspricht der alten These von Okun, wonach es einen Trade-off zwischen Verteilung und Wachstum gibt.<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a><\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Olson (1965), Tullock (1997), Mueller (2003).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Deininger und Squire (1996).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Alvaredo et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Schaltegger und Gorgas (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">F\u00f6llmi und Martinez (2013). Siehe auch Bundesrat (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Piketty (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">OECD 2011, vgl. Cingano (2014), S. 28; Ostry et al. (2014), S. 26.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Vgl. Baur (2007).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr einen \u00dcberblick \u00fcber die theoretischen Wirkungskan\u00e4le einer ungleichen Verteilung auf das Wirtschaftswachstum vgl. Erhart (2009); Ostry et al., 2014.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Vgl. Bloom und Canning (2000).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Vgl. Fussnote 2.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr einen \u00dcberblick vgl. Erhart (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr einen kurzen \u00dcberblick vgl. z.\u2009B. Ostry et al., 2014. F\u00fcr j\u00fcngere Studien vgl. z.\u2009B. Cingano, (2014); Ostry et al., 2014; Herzer und Vollmer (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Vgl. Cingano (2014), S. 20ff.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Vgl. IWF (2014); Koske et al. 2012.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Politik spielen Verteilungsfragen eine prominente Rolle. Zahlreiche Philosophen haben versucht, die Basis f\u00fcr eine \u00abgerechte\u00bb Einkommensverteilung zu finden, um Umverteilungsmassnahmen zu rechtfertigen. Nach Ansicht der Utilitaristen m\u00fcsste Einkommen so verteilt werden, dass die Grenznutzen des Einkommens \u00fcber die Gesellschaft hinweg ausgeglichen sind. 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Daf\u00fcr sprechen empirische Befunde in der \u00d6konomie. Staatliche Umverteilungsmassnahmen k\u00f6nnen das Wachstum \u2013 im Nettoeffekt \u2013 hingegen positiv beeinflussen, wie neuere Erkenntnisse von IWF und OECD andeuten. Im Idealfall erzielen durchdachte Umverteilungsmassnahmen eine doppelte Dividende: Sie reduzieren die Ungleichheiten und f\u00f6rdern gleichzeitig das Wachstum.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Alvaredo F., Atkinson A.B., Piketty T., Saez E. (2013): The Top 1 Percent in International and Historical\u00a0Perspective, Journal of Economic Perpectives, 27\/3, S.\u00a03\u201320.<\/li>&#13;\n\t<li>Atkinson A.B. und Leigh A. (2010): The Distribution of Top Incomes in Five Anglo-Saxon Countries over the Twentieth Century, IZA Discussion Paper 4937, Mai 2010.<\/li>&#13;\n\t<li>Baur M. 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M\u00e4rz.<\/li>&#13;\n\t<li>OECD (2011): An Overview of Growing Income Inequalities in OECD Countries: Main Findings. In: Divided We Stand: Why Inequality Keeps Rising, Paris, Dezember 2011.<\/li>&#13;\n\t<li>OECD (2012): Tour d\u2019horizon des in\u00e9galit\u00e9s croissantes de revenus dans les pays de l\u2019OCDE : principaux constats. In : Toujours plus d\u2019in\u00e9galit\u00e9s : pourquoi les \u00e9carts de revenus se creusent, Paris, April 2012.&#13;\nOlson M. (1965): Logic of Collective Action: Public Goods and the Theory of Groups, Cambridge.&#13;\nPiketty T. (2013): Le capital au XXIe si\u00e8cle, Seuil, Paris.<\/li>&#13;\n\t<li>Schaltegger C.A. und Gorgas C. (2012): Spitzeneinkommen im internationalen Vergleich, Die Volkswirtschaft 12-2012.&#13;\nSchaltegger C.A. &amp; Gorgas C. (2011): The Evolution of Top Incomes in Switzerland over the 20th Century Swiss Society of Economics and Statistics 147 (4), S.\u00a0479\u2013519.<\/li>&#13;\n\t<li>Tullock G. 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