{"id":148195,"date":"2014-06-01T17:23:36","date_gmt":"2014-06-01T17:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/06\/die-gute-unternehmensfuehrung-wird-in-der-wirtschaftlichen-entwicklungszusammenarbeit-immer-wichtiger\/"},"modified":"2023-08-24T00:35:12","modified_gmt":"2023-08-23T22:35:12","slug":"die-gute-unternehmensfuehrung-wird-in-der-wirtschaftlichen-entwicklungszusammenarbeit-immer-wichtiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/2014\/06\/die-gute-unternehmensfuehrung-wird-in-der-wirtschaftlichen-entwicklungszusammenarbeit-immer-wichtiger\/","title":{"rendered":"Die gute Unternehmensf\u00fchrung wird in der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit immer wichtiger"},"content":{"rendered":"<div>Corporate-Governance ist \u2013 vereinfacht ausgedr\u00fcckt \u2013 das System, durch welches Unternehmen gef\u00fchrt und kontrolliert werden. Sie kann als Pendant zu Good Governance im \u00f6ffentlichen Sektor betrachtet werden. Obwohl dies auf den ersten Blick nicht offensichtlich scheinen mag, hat Corporate-Governance in der wirtschaftlichen Entwicklung und Zusammenarbeit aufgrund der Wirkung auf Wachstum und Armutsreduktion einen wichtigen Stellenwert:<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u00b7 Es besteht eine positive Beziehung zwischen guter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> und Firmenwachstum, was sich positiv auf die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen im Privatsektor auswirkt.&#13;<br \/>\n\u00b7 <span class=\"recomDescriptiveWord\">Gute Unternehmensf\u00fchrung<\/span> schafft Investitionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr internationale sowie lokale Investoren und f\u00f6rdert die Bildung eines lokalen Kapitalmarktes. Dies erh\u00f6ht den Zugang zu Kapital f\u00fcr kleinere und mittlere Unternehmen.&#13;<br \/>\n\u00b7 Mit guter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> reduziert sich die Anf\u00e4lligkeit auf Krisen aufgrund von internen oder externen Einfl\u00fcssen. Sie tr\u00e4gt damit zu einem stabileren Finanzsektor bei. Dies widerspiegelt sich auch in den Arbeiten des Financial Stability Board (FSB)&#13;<br \/>\n2 Das Financial Stability Board, angesiedelt bei der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich, koordiniert die Arbeiten seiner Mitgliedstaaten sowie internationaler Gremien im Bereich der Finanzmarktregulierung und -aufsicht.&#13;<br \/>\n, wo die OECD-Grunds\u00e4tze der Corporate-Governance (siehe Kasten 1) einer der zw\u00f6lf Kernstandards f\u00fcr solide Finanzsysteme sind.&#13;<br \/>\n\u00b7 Schliesslich korreliert eine <span class=\"recomDescriptiveWord\">gute Unternehmensf\u00fchrung<\/span> positiv mit wirtschaftlicher, \u00f6kologischer und sozialer Nachhaltigkeit. Umgekehrt bedeutet dies, dass sich ein schlecht gef\u00fchrtes Unternehmen tendenziell auch ungen\u00fcgend f\u00fcr die Umsetzung von Sozial- und Umweltnormen engagiert.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Diese Wirkungskette l\u00e4sst sich zus\u00e4tzlich anhand konkreter, auf Projekterfahrung basierender Resultate untermauern. Von 2005 bis 2013 unterst\u00fctzte das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) in Zusammenarbeit mit der International Finance Corporation (IFC)&#13;<br \/>\n3 Internet: www.ifc.org, Quick Links, Corporate Governance.&#13;<br \/>\ndie Entwicklung von 76 Gesetzgebungen im Bereich der Corporate-Governance in 24 L\u00e4ndern und trug dabei Investitionen im Umfang von rund 3,4 Mrd. US-Dollar mit. Entsprechend verbesserte sich Aserbaidschan im Doing-Business-Ranking von IFC und Weltbank in der Unterkategorie \u00abSchutz der Investoren\u00bb zwischen 2008 und 2013 vom 110. auf den 22. Platz. Die damit verbundenen zus\u00e4tzlichen Investitionen beliefen sich auf rund 138 Mio. US-Dollar.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">J\u00fcngste Krisen unterstreichen die Relevanz des Ansatzes<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die F\u00f6rderung des Privatsektors spielt in der wirtschaftlichen Entwicklung eine zentrale Rolle. Mit Blick auf ein nachhaltiges Wirtschaften stellt sich jedoch die Frage nach der guten <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span>. Die Unterlassungen und Verfehlungen in diesem Bereich z\u00e4hlen zu den am h\u00e4ufigsten angef\u00fchrten Gr\u00fcnden f\u00fcr die j\u00fcngste Finanz- und Wirtschaftskrise. Diese hatte zwar ihren Ursprung in den entwickelten L\u00e4ndern. Sie zeigte aber \u2013 wie schon die Krisen in den 1990er-Jahren in Lateinamerika oder Asien \u2013 die globalen und systemischen Folgen auf das Wirtschaftssystem von schlechter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> im Privatsektor auf. Wie sich etwa im Arabischen Fr\u00fchling manifestierte, ist der Begriff Privatsektor mancherorts zu einem Synonym von G\u00fcnstlingswirtschaft geworden. In breiten Bev\u00f6lkerungsteilen fehlt das Vertrauen in den Privatsektor als positive Kraft zur Gestaltung der Zukunft noch immer. Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor auszubauen, sondern gleichzeitig darauf hinzuwirken, dass dessen Integrit\u00e4t gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Frage der guten <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> betrifft heute nicht nur b\u00f6rsenkotierte Grossfirmen. Der Bedarf f\u00fcr eine Professionalisierung der Gouvernanzstrukturen zeichnet sich auch bei Mikrofinanzinstituten und Familienbetrieben ab. Zur Gewinnung von privaten Investoren orientieren sich staatliche Unternehmen, welche oftmals grundlegende Dienstleistungen erbringen, zunehmend an international anerkannten Corporate-Governance-Standards. Trotz offener Fragen zu diesem Referenzrahmen, der durch die entwickelten L\u00e4nder erstellt wurde, bleiben die OECD-Standards f\u00fcr aufstrebende M\u00e4rkte ein wichtiger Massstab. Dies zeigt sich am Beispiel Kolumbiens: Der Entscheid vom Mai 2013 der OECD zur Aufnahme von Beitrittsgespr\u00e4chen mit Kolumbien sendet auch ein positives Signal f\u00fcr die Region, die Rahmenbedingungen im Bereich der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> zu st\u00e4rken (siehe Kasten 1). Gleichzeitig wird das Land bei der Umsetzung des Programms von Seco und IFC profitieren.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Drei neue Programme f\u00fcr <span class=\"recomDescriptiveWord\">gute Unternehmensf\u00fchrung<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">In Lateinamerika, Ostasien und in Afrika unterst\u00fctzt das Seco drei neue regionale Corporate-Governance-Programme, welche von der IFC umgesetzt werden. Sie umfassen mit Peru, Kolumbien, Vietnam, Indonesien, Ghana und S\u00fcdafrika einige der bilateralen Schwerpunktl\u00e4nder des Seco. Die drei Regionen weisen unterschiedliche Entwicklungsstadien im Bereich <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> auf. Durchschnittlich gesehen ist Asien am weitesten fortgeschritten, gefolgt von Lateinamerika und Afrika. Allerdings bestehen innerhalb der Regionen sehr grosse Unterschiede zwischen den einzelnen L\u00e4ndern. So ist zum Beispiel S\u00fcdafrika bereits sehr weit fortgeschritten und gilt als regionales Vorbild, vergleichbar mit den OECD-Standards. Gleichzeitig bietet das Heranwachsen von lokalen Finanzzentren \u2013 wie in Ghana, Kenia oder Nigeria \u2013 eine Gelegenheit, der Umsetzung von Corporate-Governance-Standards Nachdruck zu verleihen. Der Referenzrahmen f\u00fcr die Umsetzung der drei regionalen Programme sind die OECD-Grunds\u00e4tze der Corporate-Governance.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Probleme im Bereich der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> in den drei Regionen sind trotz ihrer unterschiedlichen Auspr\u00e4gung in den einzelnen L\u00e4ndern vergleichbar. So fehlen teilweise gesetzliche Grundlagen, oder sie sind l\u00fcckenhaft (z. B. in Bezug auf die Offenlegung von Informationen, Mandat\/Ernennung von Verwaltungsr\u00e4ten und Nachfolgeregelungen). In manchen L\u00e4ndern werden bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen ungen\u00fcgend umgesetzt oder \u00fcberwacht. Zudem fehlt es in einigen Institutionen, welche mit Corporate-Governance-Standards arbeiten, an den notwendigen Kapazit\u00e4ten oder am Wissen zu deren Umsetzung. Auf Unternehmensebene sind vielerorts die Bedeutung und die Vorteile einer guten <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> noch zu wenig bekannt. Das gilt auch f\u00fcr die damit verbundenen Chancen, wie einen besseren Zugang zu Kapital, Effizienzgewinne in der F\u00fchrung des Unternehmens oder mehr Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Ganzheitlicher Ansatz, modularer Aufbau<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Programme verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Sie werden in vier Bereichen umgesetzt, welche modular den Bed\u00fcrfnissen entsprechend verwendet werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Verbesserung des regulatorischen Rahmens: Wo Gesetze noch nicht existieren, sind diese auszuarbeiten. Wo die Umsetzung bestehender Gesetze ungen\u00fcgend ist, sind Hilfestellungen zu leisten. Hier steht die Zusammenarbeit mit dem \u00f6ffentlichen Sektor (z. B. Regierung, Regulator) oder mit B\u00f6rsen im Zentrum.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u00b7 Schaffung institutioneller Rahmenbedingungen f\u00fcr Corporate-Governance-Standards, z. B. durch die St\u00e4rkung von Institutionen, welche bereits Analysen und Trainings f\u00fcr Unternehmen im Bereich der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> anbieten, wie Institute f\u00fcr Verwaltungsr\u00e4te, Beratungsunternehmen oder Universit\u00e4ten.&#13;<br \/>\n\u00b7 Interventionen bei Unternehmen, insbesondere Familienbetrieben sowie nicht b\u00f6rsenkotierten Firmen. Diese sind kostenpflichtig und sollen einen Nachahmeffekt erzielen.&#13;<br \/>\n\u00b7 Sensibilisierung der betroffenen Akteure, um deren Wissen und Bewusstsein f\u00fcr das Thema zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Bei der Wirkungsmessung des Programms werden die Anzahl der regulatorischen Verbesserungen, die mobilisierten wirtschaftlichen Investitionen und die Leistungen der unterst\u00fctzten Unternehmen ber\u00fccksichtigt. Die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen wird in einem Pilotverfahren ebenfalls ex post aufgezeichnet.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Lokale Nachfrage nach Corporate-Governance steigern<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Erfahrungen mit fr\u00fcheren Projekten haben gezeigt, dass sich mit der Schaffung von lokalen Kapazit\u00e4ten (d. h. der lokalen Verankerung des Wissens bei privaten Dienstleistern oder anderen Mitinteressierten) die Nachhaltigkeit eines Projekts verbessert. Dies wird deshalb ein Schwerpunkt der drei regionalen Programme sein. Die lokale Verankerung des Wissens und der Bedeutung von guter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> h\u00e4ngt stark von der Nachfrage ab. Daher kommt der Sensibilisierung der verschiedenen Akteure \u2013 wie der Zivilgesellschaft, der Medien, der Wissenschaft, des Regulators oder der Institute f\u00fcr Verwaltungsr\u00e4te \u2013 ein hoher Stellenwert zu. Oft sehen die Unternehmen die damit verbundenen Chancen wie bessere Finanzierungsbedingungen oder bessere operationelle Resultate (noch) nicht. Dabei hat sich bisher klar gezeigt, dass Investoren einen grossen Wert auf die Einhaltung von Corporate-Governance-Standards legen und dass die soziale und \u00f6kologische Nachhaltigkeit der Wirtschaft gest\u00e4rkt werden. Auch finanzielle Risiken lassen sich mit guter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> eind\u00e4mmen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Ziel: Armutsreduktion durch Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die entwicklungspolitische Berechtigung von guter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> ergibt sich auch vor dem Hintergrund einiger wichtiger Trends, welche sich in den letzten Jahren akzentuiert haben. Zum einen spielen private und marktbasierte Investitionsprozesse in Entwicklungsmodellen eine weitaus wichtigere Rolle, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Das bedeutet eine Abkehr von einem staatlich dominierten Entwicklungsmodell, welches die Wirtschaft oder die Investitionsprozesse direkt zu steuern versuchte. Zum anderen r\u00e4umt die Diskussion zur Klima- und Entwicklungsfinanzierung \u2013 etwa im Rahmen der Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele nach 2015 \u2013 der Mobilisierung von privatem Kapital und der Etablierung von Partnerschaften mit dem Privatsektor einen immer wichtigeren Platz ein. Dies beruht auf der Feststellung, dass nachhaltige Armutsreduktion prim\u00e4r \u00fcber Arbeitspl\u00e4tze stattfindet, welche haupts\u00e4chlich vom Privatsektor geschaffen werden. <span class=\"recomDescriptiveWord\">Gute Unternehmensf\u00fchrung<\/span> tr\u00e4gt dazu bei, die positive Dynamik des Privatsektors in diesem Entwicklungsprozess zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"AU\"> Lukas Schneller Stv. Leiter Ressort Privatsektorf\u00f6rderung, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern <\/span><span class=\"AU\"> Gisela Roth Ressort Privatsektorf\u00f6rderung, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern <\/span><span class=\"AU\"> Eva-Maria Tschannen Ressort Privatsektorf\u00f6rderung, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern <\/span><span class=\"AU\"> Nadja Meier Ressort Internationales Wirtschaftsrecht, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Bern <\/span>&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">OECD-Grunds\u00e4tze f\u00fcr Corporate-Governance von Unternehmen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Grunds\u00e4tze beinhalten Empfehlungen zu folgenden Bereichen: \u00b7 I. Sicherung der Grundlagen eines wirksamen Corporate-Governance-Rahmens (z. B. Autorit\u00e4t, Integrit\u00e4t und Ressourcen der Regulierungs- und Aufsichtsorgane);&#13;<br \/>\n\u00b7 II. Aktion\u00e4rsrechte und Schl\u00fcsselfunktionen der Kapitaleigner;&#13;<br \/>\n\u00b7 III. Gleichbehandlung der Aktion\u00e4re;&#13;<br \/>\n\u00b7 IV. Rolle der verschiedenen Unternehmensbeteiligten bei der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span&gt;;&#13;\n\u00b7 V. Offenlegung und Transparenz;&#13;\n\u00b7 VI. Pflichten des Aufsichtsorgans eines Unternehmens.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Wie werden die OECD-Standards in den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern umgesetzt?<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Corporate-Governance-Programme der IFC st\u00fctzen sich auf die 1999 ver\u00f6ffentlichten Grunds\u00e4tze zur Corporate-Governance der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Grunds\u00e4tze bilden den Massstab f\u00fcr die von der Weltbank vorgenommene Pr\u00fcfung der Regulierung und der Praktiken eines Landes im Rahmen der Reports on the Observance of Standards and Codes (Rosc). Deren Ergebnisse dienen als Grundlage f\u00fcr die Festlegung der Programmaktivit\u00e4ten der IFC.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Schweiz unterst\u00fctzt als Mitglied des Corporate-Governance-Komitees die Umsetzung dieser Grunds\u00e4tze und der OECD-Leits\u00e4tze der Corporate-Governance f\u00fcr staatseigene Unternehmen mit dem \u00abOutreach\u00bb \u2013Programm in Lateinamerika, im Mittleren und Nahen Osten, in Asien und in Eurasien. An runden Tischen werden mit den Regulatoren insbesondere Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Bereich der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> diskutiert.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Diese Erfahrungen mit der Umsetzung der OECD-Standards in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern bringen wesentliche Erkenntnisse f\u00fcr die 2014\/2015 laufende \u00dcberarbeitung der Grunds\u00e4tze und der Leits\u00e4tze. An den ersten Diskussionen im Fr\u00fchling 2014 haben insbesondere die Weltbank, die Schwellenl\u00e4nder des FSB (u. a. Indonesien und S\u00fcdafrika) und Kolumbien ihre Anliegen sehr aktiv eingebracht. Die Schweiz engagiert sich auch daf\u00fcr, dass die Standards f\u00fcr die Umsetzung in unterschiedlichen juristischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontexten flexibel und ergebnisorientiert bleiben.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Zudem haben die Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder ein Interesse an der Mitwirkung bei der \u00dcberarbeitung und der Anwendung der Standards, weil deren Umsetzung beim OECD-Beitrittsprozess im Bereich der Corporate-Governance gepr\u00fcft wird. So wird die OECD im Herbst 2014 im Rahmen des im Oktober 2013 lancierten Beitrittsprozesses von Kolumbien mit dessen Regulierungsstellen eine erste Bestandsaufnahme der regulatorischen Situation erstellen. Dabei werden auch die laufenden und geplanten Massnahmen im Hinblick auf eine gr\u00f6ssere Kompatibilit\u00e4t mit den Corporate-Governance-Grunds\u00e4tzen besprochen. In enger Zusammenarbeit mit Kolumbien unterst\u00fctzt die OECD die Entwicklung der Regulierungsprojekte insbesondere durch die Vermittlung von entsprechendem Wissen. Sie wirkt damit auf eine gezielte Umsetzung der Standards hin.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Kolumbien: Synergien zwischen dem Programm und dem OECD-Beitritt<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Aus dem Beitrittsprozess Kolumbiens ergeben sich gewisse Synergien mit dem geplanten Lateinamerika-Programm. So messen das Programm und die Pr\u00fcfung der OECD auf regulatorischer Ebene die Situation des Landes im Vergleich zu den OECD-Standards. Zudem fokussiert das Programm auf Unternehmensebene auf staatseigene Unternehmen sowie auf Familienbetriebe. Gerade bei den Staatsunternehmen bietet der Beitrittsprozess wiederum eine wichtige Informationsquelle, auf die sich das Programm abst\u00fctzen wird. Das Beispiel zeigt ebenfalls, wie das Seco das Wissen aus Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftlichen Fachdiensten, welche die Schweiz bei der OECD vertreten, beim Thema <span class=\"recomDescriptiveWord\">Unternehmensf\u00fchrung<\/span> b\u00fcndeln kann.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"LG\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Beim Latin American Corporate-Governance Roundtable 2011 kamen Entscheidungstr\u00e4ger, B\u00f6rsenvertreter, Regulatoren, Institute und Privatsektorvertreter aus 16 L\u00e4ndern zu einem Austausch zusammen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"UR\"> Foto: SECO <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/div>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe z. B. Corporate Governance and Development, Focus 10, Claessens und Yotuglu, Global Corporate Governance Forum, IFC, 2012.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corporate-Governance ist \u2013 vereinfacht ausgedr\u00fcckt \u2013 das System, durch welches Unternehmen gef\u00fchrt und kontrolliert werden. Sie kann als Pendant zu Good Governance im \u00f6ffentlichen Sektor betrachtet werden. 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