{"id":151941,"date":"2010-05-01T09:40:04","date_gmt":"2010-05-01T09:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2010\/05\/der-weg-der-globalen-klimapolitik-fuehrt-ueber-den-technologietransfer-mit-china-und-indien\/"},"modified":"2023-08-24T00:59:33","modified_gmt":"2023-08-23T22:59:33","slug":"der-weg-der-globalen-klimapolitik-fuehrt-ueber-den-technologietransfer-mit-china-und-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/2010\/05\/der-weg-der-globalen-klimapolitik-fuehrt-ueber-den-technologietransfer-mit-china-und-indien\/","title":{"rendered":"Der Weg der globalen Klimapolitik f\u00fchrt \u00fcber den Technologietransfer mit China und Indien"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"titleSection\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<div class=\"LD\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die internationale Klimapolitik wird sich in Zukunft deutlich st\u00e4rker als beim Kyoto-Protokoll der Entwicklung und gemeinsamen Nutzung von Technologien widmen m\u00fcssen. Dabei stehen besonders die CO2-Abscheidung und -Speicherung im Vordergrund. Ohne diese Technologien werden L\u00e4nder wie China und Indien ihre Treibhausgasemissionen nicht reduzieren k\u00f6nnen. Eine Herausforderung ist auch die mit globalen Problemen verbundene Biotreibstoff-Produktion. Der nachfolgende Artikel untersucht das Potenzial, aber auch die Hindernisse eines Abschlusses von internationalen Abkommen \u00fcber den Transfer solcher Technologien.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Gem\u00e4ss den zentralen Parametern der Klimamodelle darf die Treibhausgaskonzentration in der Atmosph\u00e4re bis zum Ende des Jahrhunderts um h\u00f6chstens 10% gegen\u00fcber heute ansteigen. Nur so haben wir eine reelle Chance, dass die mittlere Temperatur der Erdatmosph\u00e4re gegen\u00fcber dem vorindustriellen Zeitalter um nicht mehr als 2\u00b0 C ansteigt. Jenseits dieser 2\u00b0-C-Grenze nimmt das Risiko schwerer Auswirkungen des Klimawandels erheblich zu. Die weltweiten CO2-Emissionen sind allerdings \u2013 bei weiter steigender Tendenz \u2013 gegenw\u00e4rtig viel zu hoch, um dieses Ziel erreichen zu k\u00f6nnen. Das heisst: Die globalen Emissionen m\u00fcssten m\u00f6glichst rasch gesenkt werden, um das Ziel einer Senkung von mindestens 30% bis 2050 und von mindestens 65% bis 2100 zu erreichen. Je l\u00e4nger mit dem Ausl\u00f6sen dieses Prozesses zugewartet wird, desto einschneidender f\u00e4llt die nachfolgende Reduktion aus. Ein \u00dcberschreiten der 2\u00b0-C-Grenze wird dadurch immer wahrscheinlicher; unkontrollierbare Klimaver\u00e4nderungen w\u00e4ren die Folge.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Die grossen Emittenten sind am meisten gefordert<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen wird nicht gelingen, solange die grossen Emittenten \u2013 wie die USA, Kanada, Brasilien, Indien und China \u2013 abseits stehen. Besonders interessant sind China und Indien mit ihrem rasanten Wirtschaftswachstum. Es ist an sich w\u00fcnschenswert, wenn sich die materielle Sicherheit der Bev\u00f6lkerung dieser L\u00e4nder derjenigen der Industriel\u00e4nder ann\u00e4hert. Doch leider sind diese Fortschritte auch mit einem beinahe ebenso starken Anstieg der Treibhausgasemissionen verbunden. Angesichts des demografischen Gewichts beider L\u00e4nder ist dies ein globales Problem. Wenn China und Indien nicht sp\u00e4testens 2015\u20132020 mit einer signifikanten CO2-Reduktion beginnen, wird das 2\u00b0-C-Ziel illusorisch. Gem\u00e4ss unseren Szenarien w\u00e4re das Ziel erreichbar, wenn diese L\u00e4nder ab 2015 die CO2-Speicherung im grossen Stil einf\u00fchren w\u00fcrden. China hat immerhin ein einziges Projekt zur CO2-Abtrennung und -Speicherung aufgegleist, womit es gleichzeitig eine weltweite F\u00fchrungsrolle einnimmt. Im Gegensatz dazu fehlt ein solches Projekt in Indien. Beide L\u00e4nder treiben derweil den Bau weiterer Kohlekraftwerke voran.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die \u00dcberlegungen bez\u00fcglich dieser beiden L\u00e4nder lassen sich generell auf alle grossen Emittenten \u00fcbertragen. So bleibt das 2\u00b0-C-Ziel ebenfalls illusorisch, wenn der besonders wichtige Stromproduktionssektor seine Emissionen nur beschr\u00e4nkt reduzieren muss. Technologische Innovationen braucht es auch in anderen Sektoren, die einen hohen Verbrauch an fossilen Ressourcen und hohe Treibhausgasemissionen aufweisen, wie etwa im Transport. All dies bleibt nicht ohne Kostenfolgen. Unsere Sch\u00e4tzungen gehen von rund 1,3% des Welt-BIP bis 2100 aus. Ausgedr\u00fcckt in Franken scheint dies eine enorme Summe. Der Prozentanteil bleibt indes \u00fcberschaubar, vor allem wenn man bedenkt, dass das Welt-BIP in der gleichen Zeitspanne um einen Faktor 5 wachsen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Technologische L\u00f6sungen f\u00fcr schmerzfreie CO2-Reduktion<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der Aktionsplan von Bali hat die Schl\u00fcsselrolle von technologischer Innovation deutlich hervorgehoben. Innovation bedingt weitere bedeutende Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&amp;E). Die investierten Mittel haben jedoch seit 1980 nicht zu-, sondern stark abgenommen; und nur ein kleiner Teil dieser Mittel wurde f\u00fcr treibhausgasarme Energien aufgewendet. Die bestehenden \u00absauberen\u00bb Technologien m\u00fcssten zudem in die Schwellenl\u00e4nder transferiert werden. Die eigentlichen Kan\u00e4le dieses Transfers, n\u00e4mlich die Direktinvestitionen und der Clean Development Mechanism (CDM), haben aber denkbar wenig dazu beigetragen. Die Direktinvestitionen sind nach dem von Zimmermann (2008) dokumentierten rasanten Wachstum seit 2007 sogar zur\u00fcckgegangen. Die Investitionen der EU in China haben von 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf 4,5 Mrd. Euro im Jahr 2008 abgenommen, die bescheidenen Investitionen von China in der EU noch st\u00e4rker.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der CDM k\u00f6nnte als Instrument des Technologietransfers von den Industrie- zu den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern eingesetzt werden. Doch h\u00f6chstens die H\u00e4lfte aller CDM-Projekte enth\u00e4lt Technologietransfer in irgendeiner Form; das ist auch bei Projekten in China und Indien nicht anders. So stammen etwa 16% der genehmigten Reduktionen in China aus Wasserkraftprojekten, wo das Land nicht mehr viel von den Industriel\u00e4ndern lernen kann. Und bei 40% der genehmigten Reduktionen in China und sogar 60% in Indien handelt es sich um Emissionen des Industriegases HFC-23. Dass jedes einzelne dieser Projekte eine technologische Innovation enth\u00e4lt, ist sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der CDM hat noch weitere Schw\u00e4chen. Viele Projekte sind zu klein und weisen einen \u00fcberproportionalen Anteil an Verwaltungskosten auf.1 \u00dcberdies ist deren Additionalit\u00e4t nicht immer garantiert.2 Ihr Beitrag zur Emissionsreduktion bei Kohlekraftwerken war denn auch sehr gering; bei den Haushalten und beim Transport war die Wirkung praktisch gleich null. Um an Effizienz zu gewinnen, muss der CDM fundamentalen Reformen unterzogen werden. Es geht darum, auch die Endverbraucher zu erfassen und eine nachhaltige Nutzung von transferierten Technologien sicherzustellen sowie Spillover-Effekte ausserhalb der genehmigten Projekte zu erzielen. Die Industriel\u00e4nder k\u00f6nnten dabei die Technologie liefern und die Start-up-Finanzierung sicherstellen, w\u00e4hrend die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder alle inl\u00e4ndischen Massnahmen zur Entwicklung des Projekts im grossen Stil ergreifen. Idealerweise sollten dann die Schwellenl\u00e4nder ihre Erfahrungen auf die weniger entwickelten L\u00e4nder \u00fcbertragen.3<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">\u00dcberwindung der Barrieren beim Technologietransfer<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Zur\u00fcckhaltung beim Technologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder erkl\u00e4rt sich insbesondere mit der Sorge um den Schutz des geistigen Eigentums. Unternehmen, die sehr hohe Summen f\u00fcr die Entwicklung innovativer Technologien investiert haben, z\u00f6gern, diese in L\u00e4ndern einzusetzen, wo sie mit grosser Wahrscheinlichkeit von Konkurrenten kopiert und vermarktet werden. Die Schwellenl\u00e4nder erachten den Technologietransfer als notwendig und m\u00f6chten nach M\u00f6glichkeit eine Gratisnutzung. Der Schutz des geistigen Eigentums geniesst indes nicht die gleiche Aufmerksamkeit in diesen L\u00e4ndern. Diese Konstellation ist einer der grossen Stolpersteine in den internationalen Klimaverhandlungen. Gl\u00fccklicherweise beginnt sich die Position von China allm\u00e4hlich zu ver\u00e4ndern, da das Land mittlerweile selber zum wichtigen Exportland von Technologien geworden ist. Damit k\u00f6nnte China zum wichtigen Bindeglied im Technologietransfer in die Entwicklungsl\u00e4nder werden. Eine L\u00f6sung in diesem Bereich ist eine Voraussetzung f\u00fcr den Abschluss eines wirksamen Klimaabkommens.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Erfolgschancen von Abkommen im Technologiebereich sind gut, zumal sie gegen\u00fcber Emissionsreduktions-Abkommen einen wichtigen psychologischen Vorteil aufweisen: Sie transportieren ein positives Bild von Innovation, industriellem Potenzial, Entwicklungschancen und Wachstum, w\u00e4hrend Emissionsreduktion oft mit Einschr\u00e4nkungen und Kosten assoziiert wird. \u00dcberdies sind sich Industrie- und Schwellenl\u00e4nder bez\u00fcglich des Standes ihrer Technologien wesentlich n\u00e4her als bez\u00fcglich der Einkommen; China und Brasilien geh\u00f6ren bereits zur Weltspitze in einigen sauberen Technologien.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Dennoch ist es riskant, ausschliesslich auf diesen Aspekt zu setzen. Ohne Anreize oder Verpflichtungen kommen diese Technologien kaum zur Anwendung. Zudem wird mit der Betonung der Langfristigkeit die Notwendigkeit von kurzfristigen Reduktionen stark vernachl\u00e4ssigt. Es ist sinnlos, Pl\u00e4ne oder komplizierte Apparate in Entwicklungsl\u00e4nder zu schicken, wenn die Rahmenbedingungen f\u00fcr deren Einsatz ung\u00fcnstig sind oder wenn zu wenig lokale Ressourcen oder Kompetenzen zur Verf\u00fcgung stehen, um sie in Betrieb zu nehmen und zu unterhalten.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Technologieabkommen m\u00fcssen gezielte Massnahmen zur \u00dcberwindung solcher Probleme enthalten. Dazu k\u00f6nnen die \u00c4ufnung eines gut ausgestatteten internationalen Fonds sowie die Schaffung starker Anreize zur \u00dcbernahme von Standards oder zur Erreichung bestimmter Ziele geh\u00f6ren.4 Zudem muss eine ausgewogene L\u00f6sung zum Schutz des geistigen Eigentums gefunden werden. Diese sollte einerseits eine m\u00f6glichst grosse Verbreitung von Innovationen erm\u00f6glichen und andererseits gen\u00fcgend starke Anreize f\u00fcr F&amp;E schaffen. Auch hier k\u00f6nnte die \u00c4ufnung eines internationalen Fonds, der die F&amp;E finanziert sowie die Lizenzen erwirbt, angezeigt sein. Diese Idee ist zwar nicht neu, der Druck des Klimawandels k\u00f6nnte sie aber entscheidend vorantreiben.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Schliesslich besteht auch hier das Risiko, dass die politischen Entscheidungstr\u00e4ger auf das falsche Pferd setzen, wenn sie dem Technologiebereich oberste Priorit\u00e4t einr\u00e4umen. Die internationalen Abkommen k\u00f6nnten n\u00e4mlich den m\u00e4chtigen L\u00e4ndern dazu verhelfen, jene Technologien durchzusetzen, in denen sie einen Wettbewerbsvorteil haben, und nicht unbedingt jene, mit denen die Treibhausgasemissionen in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern am kosteng\u00fcnstigsten reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Ausweitung des CO2-Marktes<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Es ist hinl\u00e4nglich bekannt, dass ein globaler Handel mit Emissionsrechten die billigste L\u00f6sung zur weltweiten Reduktion der Treibhausgase darstellt. Gem\u00e4ss unseren Sch\u00e4tzungen verf\u00fcgt die Menschheit \u00fcber ein maximales \u00abEmissionsbudget\u00bb von 1900 Gigatonnen CO2-\u00c4quivalenten zwischen 2005 und 2050, um die Erw\u00e4rmung der Erdatmosph\u00e4re auf 2\u00b0 C zu limitieren. Das entspricht den weltweiten Emissionsrechten, welche unter allen L\u00e4ndern aufgeteilt werden k\u00f6nnten. L\u00e4nder, die bisher wenig zum Anstieg der CO2-Konzentration beigetragen haben, k\u00f6nnten auf einfache Weise bevorzugt werden, indem ihnen ein gr\u00f6sserer Anteil an Emissionsrechten zugestanden wird, welche sie verkaufen k\u00f6nnen, wenn sie sie nicht in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Dabei sind aber auch die Lasten der verschiedenen L\u00e4nder zu ber\u00fccksichtigen. So sind Russland und die L\u00e4nder des Nahen Ostens als gr\u00f6sste Produzenten fossiler Energietr\u00e4ger die grossen Verlierer der Treibhausgasreduktion. Unter den Industriel\u00e4ndern haben die USA, Kanada und Australien mit ihrer CO2-intensiven Wirtschaft gr\u00f6ssere Wohlfahrtsverluste zu erwarten als die EU-L\u00e4nder oder Japan. Dadurch erkl\u00e4ren sich auch die jeweiligen Positionen in den internationalen Verhandlungen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Im Rahmen des Forschungsprogramms Tocsin wurde eine Zuteilung des globalen CO2-Budgets entwickelt, welche ein akzeptables und stabiles Abkommen erm\u00f6glicht, sofern es von allen L\u00e4ndergruppen unterzeichnet und eingehalten wird.5 Die Zuteilung auferlegt allen L\u00e4ndern die gleiche Belastung gemessen am Verbrauch ihrer Haushalte und unter Ber\u00fccksichtigung des Zertifikathandels. Andere Zuteilungsarten \u2013 z.B. nach Emissionen in der Vergangenheit, Bev\u00f6lkerung oder Einkommen sowie Kombinationen dieser Kriterien \u2013 f\u00fchren zu einer \u00fcberm\u00e4ssigen Belastung der Schwellenl\u00e4nder.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Gem\u00e4ss diesem Vorschlag (siehe Grafik 1) werden 17% des globalen Budgets 2005\u20132050 der L\u00e4ndergruppe USA\/Kanada\/Australien zugesprochen; 9% entfallen auf die weiteren Industriel\u00e4nder, 44% auf die Schwellenl\u00e4nder (inklusive China, Russland und des Nahen Ostens) und 30% auf die Entwicklungsl\u00e4nder (inklusive Indien). Diese Zuteilung ber\u00fccksichtigt die Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit, die Einkommensverluste durch Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien sowie die Demografie aller L\u00e4ndergruppen und f\u00fchrt zu einer Ann\u00e4herung des Emissionsniveaus aller L\u00e4ndergruppen. Sie geht jedoch nicht so weit, den Entwicklungsl\u00e4ndern einen ihrem eigentlichen demografischen Gewicht entsprechenden Anteil (52% der Weltbev\u00f6lkerung) einzur\u00e4umen. Die Emissionszertifikate w\u00fcrden auf dieser Basis zu einem Preis von rund 5 US-Dollar pro Tonne CO2 im Jahr 2010, 16 US-Dollar im Zeitraum 2010\u20132030 und 22 US-Dollar 2040\u20132050 gehandelt.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Fazit<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Internationalen Technologieabkommen wird im Rahmen der globalen Klimapolitik eine Schl\u00fcsselrolle einger\u00e4umt. Die Abkommen k\u00f6nnen zwar Zielvereinbarungen bez\u00fcglich Treibhausgas-Emissionsreduktionen nicht ersetzen, erleichtern aber deren Abschluss. Zudem lassen sich auf diese Weise die Implementierungskosten senken. Gem\u00e4ss unseren Berechnungen betr\u00e4gt das Potenzial zur Kostenreduktion 10\u201315%. Um zu vermeiden, dass ein Patchwork von sektoriellen und regionalen entsteht, sollten diese Abkommen im Rahmen\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber Klima\u00e4nderungen (UNFCCC) eingegliedert sein. Eine m\u00f6gliche L\u00f6sung w\u00e4re ihre Verankerung in den Nationally Appropriate Mitigation Actions (Nama) der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Vieles bleibt noch zu tun. Die Dringlichkeit des Klimawandels steht in krassem Widerspruch zum langwierigen Prozess der Ver\u00e4nderungen von Gewohnheiten und zu den z\u00e4hen Verhandlungen. Die unz\u00e4hligen internationalen Kontakte haben jedoch einen grossen p\u00e4dagogischen Wert. Das soll jene tr\u00f6sten, welche verzweifelt darauf warten, dass die L\u00e4nder ihre Verantwortung angesichts der von der Wissenschaft identifizierten Bedrohung wahrnehmen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Das Forschungsprogramm Tocsin<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Das Forschungsprogramm Tocsin (Technology-Oriented Cooperation and Strategies in India and China; tocsin.ordecsys.com) war Teil des 6. Rahmenprogramms der EU und wurde zwischen 2007 und 2009 realisiert. Es umfasste acht Forschungsgruppen aus China, Indien, Grossbritannien, Frankreich, Italien und der Schweiz unter dem Vorsitz der ETH Lausanne. Im Programm ging es um die Untersuchung der strategischen Dimensionen der F&amp;E-Zusammenarbeit sowie die Frage, wie die Schwellenl\u00e4nder dazu gebracht werden k\u00f6nnen, sich an der Reduktion der Treibhausgasemissionen ab 2010 zu beteiligen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">CO2-M\u00e4rkte in den grossen L\u00e4ndern einf\u00fchren<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">China und Indien wehren sich besonders stark gegen die Plafonierung der Emissionen und die Einrichtung eines Marktes f\u00fcr CO2-Zertifikate. Die chinesische Regierung denkt noch immer planwirtschaftlich und steht Marktinstrumenten skeptisch gegen\u00fcber. Ein erstes Etappenziel w\u00e4re demnach, diese beiden riesigen, jedoch sehr unterschiedlichen L\u00e4nder davon zu \u00fcberzeugen, inl\u00e4ndische Emissionsm\u00e4rkte einzuf\u00fchren. Sie k\u00f6nnten damit erste Erfahrungen sammeln und die Vorteile dieses Systems entdecken. Einer der Vorteile besteht in der Beschleunigung des Transfers von sauberen Technologien und Einkommen von weit entwickelten Regionen \u2013 wie Shanghai, Beijing, Delhi oder Mumbay \u2013 in weniger entwickelte Regionen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"NT\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">1 Vgl. F\u00fcssler (2008), Enderlin (2009).<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">2 Vgl. Michaelowa (2008).<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">3 Vgl. Guan und Reiner (2009).<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">4 Vgl. De Coninck, (2009).<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">5 Vgl. Drouet et al. (erscheint demn\u00e4chst).<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"ZT\">Literatur<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 De Coninck H., Technology rules! Can Technology-Oriented Agreements help address Climate Change?, Phd Thesis of the Free University Amsterdam, Amsterdam, 2009.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 Drouet L., Haurie A., Vial J.-P. und Vielle M., A Game of international Climate Policy solved by a homogeneous Oracle-Based Method for variational Inequalities, in: Annals of the International Society of Dynamic Games, erscheint demn\u00e4chst.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 Enderlin M., Clean Development Mechnism \u2013 quo vadis?, in: Die Volkswirtschaft 12-2009, S. 44.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 F\u00fcssler J., Entwicklung und Perspektiven des projektbasierten Emissionshandels, in: Die Volkswirtschaft 7\/8-2008, S. 56\u201359.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 Guan D. und Reiner D. M., Emissions affected by trade among developing countries, in: Nature, 462, 2009, S. 159 (DOI:10.1038\/462159b).<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 Michaelowa A., Untergr\u00e4bt der Clean Development Mechanism den internationalen Klimaschutz? in: Die Volkswirtschaft 9-2007, S. 20\u201323.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\u2013 Zimmermann T.A., Direktinvestitionen \u2013 aktuelle Entwicklungen in Theorie, Praxis und Politik, in: Die Volkswirtschaft 7\/8-2008, S. 4\u20138.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"AU\">Prof. Dr. Philippe Thalmann <\/span>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Professor f\u00fcr Umwelt\u00f6konomie an der ETH Lausanne, Direktor des internationalen Forschungsprogramms TOCSIN<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; &#13; &#13; Die internationale Klimapolitik wird sich in Zukunft deutlich st\u00e4rker als beim Kyoto-Protokoll der Entwicklung und gemeinsamen Nutzung von Technologien widmen m\u00fcssen. 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