{"id":153095,"date":"2009-01-01T10:01:29","date_gmt":"2009-01-01T10:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2009\/01\/dringend-notwendiger-paradigmenwechsel-verlagerungspolitik-der-schweiz-braucht-liberale-massnahmen\/"},"modified":"2023-08-24T01:08:10","modified_gmt":"2023-08-23T23:08:10","slug":"dringend-notwendiger-paradigmenwechsel-verlagerungspolitik-der-schweiz-braucht-liberale-massnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/2009\/01\/dringend-notwendiger-paradigmenwechsel-verlagerungspolitik-der-schweiz-braucht-liberale-massnahmen\/","title":{"rendered":"Dringend notwendiger Paradigmenwechsel: Verlagerungspolitik der Schweiz braucht liberale Massnahmen"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"titleSection\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<div class=\"LD\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich, dass alle Bem\u00fchungen zur Beeinflussung des Modal Splits bisher nicht den gew\u00fcnschten Erfolg gebracht haben. 2007 etwa vermehrte sich der alpenquerende G\u00fcterverkehr auf der Strasse wieder st\u00e4rker als auf der Schiene. W\u00e4hrend das Wachstum bei den Bahnen weitgehend stagnierte, nahm das Bef\u00f6rderungsvolumen in Nettotonnen strassenseitig um 10% zu. Als Folge davon verschob sich der Modal Split wieder um 2 Prozentpunkte zugunsten des Nutzfahrzeugverkehrs, der nun 36% verzeichnet. Mittlerweile bezeichnen es denn auch die Beh\u00f6rden selbst nicht mehr als Erfolg, dass Verkehr (resp. G\u00fcter) verlagert worden ist, sondern dass der Strasseng\u00fcterverkehr nicht noch mehr zugenommen hat!<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Begrenztes Verlagerungspotenzial<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Damit zeigt sich insgesamt aber, dass die Verlagerungspolitik der Schweiz klar gescheitert ist. Noch immer ist die Zahl der Lastwagen im Transit fast doppelt so hoch der angestrebte Zielwert von 650000 Fahrten. Falsch liegt allerdings, wer den Grund daf\u00fcr bei angeblichen Vorteilen des Strassentransports oder gar in einem renitenten Verhalten der Camionneure sucht. Stattdessen ist ein fundamentaler Wandel der Kundenbed\u00fcrfnisse festzustellen \u2212 bedingt vor allem durch den \u00dcbergang von rohstoffintensiven Industrieprodukten hin zu hochwertigen Fertigwaren in immer kleinerer Gr\u00f6sse. Die Massenleistungsf\u00e4higkeit des Schienenverkehrs gen\u00fcgt deshalb l\u00e4ngst nicht mehr, um im hart umk\u00e4mpften Logistikmarkt zu bestehen. Zum alles entscheidenden Kriterium ist vielmehr die Qualit\u00e4t der Transportleistung aufger\u00fcckt, d.h. vor allem Schnelligkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Flexibilit\u00e4t \u2013 Merkmale, die am besten auf das Nutzfahrzeug zutreffen. So gesehen ist das Verlagerungspotenzial auf wenige Prozente des vorhandenen Volumens beschr\u00e4nkt. Eine noch st\u00e4rkere Ver\u00e4nderung des Modal Splits l\u00e4sst sich ohne gravierende Sch\u00e4den f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft gar nicht herbeif\u00fchren!<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Nutzlose Zwangsmassnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Dennoch konzentrierte sich die Schweizer Verlagerungspolitik in den letzten Jahren haupts\u00e4chlich auf Zwangsmassnahmen auf Kosten des Strassentransports. Dazu geh\u00f6rten etwa umst\u00e4ndliche Zollformalit\u00e4ten, das Dosierungssystem am Gotthard sowie massive Abgaben. Und f\u00fcr die Zukunft ist neuerdings sogar eine sogenannte Alpentransitb\u00f6rse geplant. Mittels Versteigerung von Durchfahrtsrechten, die allerdings zum vornherein auf 650000 Einheiten plafoniert w\u00e4ren, soll das Verlagerungsziel doch noch erreicht werden. Insgesamt steht damit also eine staatlich reglementierte Zwangsbegrenzung des Strassentransports im Vordergrund \u2013 womit sich das Lob im Ausland als reine Farce erweist. Denn mit der freien Verkehrsmittelwahl h\u00e4tte die Kontingentierung gar nichts mehr zu tun.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Massnahmen auch bei den Bahnen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Stattdessen m\u00fcsste eine tragf\u00e4hige Verlagerungspolitik endlich auch schienenseitig besser abgest\u00fctzt werden. Nur wenn die Bahnen noch leistungsf\u00e4higer, zuverl\u00e4ssiger und effizienter funktionieren \u2212 sprich: der Nachfrage nach Qualit\u00e4t entsprechen \u2013, kann es gelingen, zumindest jenes stark begrenzte Verlagerungspotenzial g\u00e4nzlich auszusch\u00f6pfen. Bei der Infrastruktur bedeutet dies eine Anpassung von ZEB, dem milliardenschweren Nachfolgeprojekt von Bahn 2000. Nicht der Personenverkehr sollte hier (einmal mehr) am meisten profitieren, sondern der G\u00fctertransport. Noch wichtiger ist es angesichts der Probleme von SBB Cargo, auch beim Betrieb der Bahnen anzusetzen. Soll der Zug nicht bereits abgefahren sein, bevor das neue G\u00fcterverkehrsverlagerungsgesetz \u00fcberhaupt in Kraft tritt, kann mit einem Kurswechsel hin zu mehr Wettbewerb nicht l\u00e4nger zugewartet werden. Dazu muss erstens das bisherige Trassenpreissystem angepasst werden. Nicht das Gewicht der Z\u00fcge sollte massgebend sein, sondern die Auslastung der Strecke, um die Nachfrage der Kunden auch im Preis zu spiegeln. Zweitens ist die Bahnreform 2 zwecks einer noch st\u00e4rkeren Markt\u00f6ffnung abzuschliessen. Und drittens ist SBB Cargo auf ein wettbewerbsf\u00e4higes Kooperationsmodell mit einem starken Partner angewiesen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"AU\">Dr. Michael Gehrken<\/span>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Direktor, Schweizerischer Nutzfahrzeugverband ASTAG, Bern<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; &#13; &#13; &#13; &#13; &#13; Bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich, dass alle Bem\u00fchungen zur Beeinflussung des Modal Splits bisher nicht den gew\u00fcnschten Erfolg gebracht haben. 2007 etwa vermehrte sich der alpenquerende G\u00fcterverkehr auf der Strasse wieder st\u00e4rker als auf der Schiene. 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Das Bestreben, mehr G\u00fcter mit der Bahn anstatt auf der Strasse zu bef\u00f6rdern, gilt als zukunftsweisende Strategie, die dem Umweltschutz dient und sich trotzdem mit dem EU-weiten Grundprinzip der freien Verkehrsmittelwahl vertr\u00e4gt. Die Realit\u00e4t sieht allerdings ganz anders aus: Die Verlagerungspolitik der Schweiz ist gescheitert. Trotz Zwangsmassnahmen auf Kosten des Strassentransports und hoher Subventionen f\u00fcr die Bahnen geht der Verkehr auf der Schiene anteilsm\u00e4ssig zur\u00fcck. Notwendig ist deshalb ein grundlegender Paradigmenwechsel hin zu einer liberalen Strategie mit einer teilprivatisierten SBB Cargo und flexiblen Trassenpreisen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":153098,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"31394","post_abstract":"","magazine_issue":"20090102","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55af4dd9a09e9"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153095"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4269"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=153095"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153095\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":189788,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153095\/revisions\/189788"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=153095"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=153095"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=153095"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=153095"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=153095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}