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Erwerb von Ferienwohnungen in der Schweiz durch Personen im Ausland im Jahre 2012

Im Jahr 2012 wurden für den ­Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland rund 3% mehr Bewilligungen erteilt als im Vorjahr. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Erwerbe durch Ausländer ist gegenüber dem ­Vorjahr wieder etwas gestiegen, was sich auch auf die bewilligte Fläche auswirkte. Es wurden 990 Handänderungen im Grundbuch eingetragen. Nach Abzug der von Schweizern zurückgekauften und unter Ausländern übertragenen Grundstücke ergibt sich ein Nettozuwachs von 71 Wohnungen des ausländischen Ferienwohnungsbestandes.

Für das Jahr 2012 ergibt sich ein Nettozuwachs von 71 Ferienwohnungen, die in ausländischem Besitz sind. Flächenmässig
entspricht dies einer Zunahme von rund 50,6 Hektaren (Bild: Keystone)

Personen im Ausland können nur in jenen Kantonen Ferienwohnungen erwerben, welche dazu eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 17 Kantone, wobei nur in etwa einem Drittel davon auch tatsächlich eine grössere Nachfrage besteht. Folgende Daten werden erhoben:

  • Anzahl der erteilten Bewilligungen;
  • tatsächlich ausgeführte Handänderungen;
  • Fläche der Grundstücke;Staatsangehörigkeit der erwerbenden Personen;
  • Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern;
  • Anzahl der Rückerwerbe durch Schweizer;Ausschöpfung der Kontingente

Bewilligungskontingente

Der Bundesrat hat die gesamtschweizerische Höchstzahl der jährlichen kantonalen Bewilligungskontingente auf die gesetzliche Höchstlimite von 1500 Einheiten festgesetzt.

Wie bis anhin kann ein Kanton die im laufenden Jahr nicht gebrauchten Kontingentseinheiten auf das darauffolgende Jahr übertragen. Ende Oktober des zweiten Jahres fallen diese an den Bund zurück und können auf Gesuch einem anderen Kanton zugeteilt werden, wenn dieser sein Kontingent des laufenden Jahres bereits aufgebraucht hat. Es darf ihm aber höchstens die Hälfte seines ordentlichen Kontingents zusätzlich zugesprochen werden. Wie im Vorjahr beanspruchte einzig der Kanton Wallis zusätzliche Einheiten aus dem Kontingent 2012. Das gesamtschweizerische Kontingent von 1500 Einheiten wurde zu 68% ausgeschöpft (im Vorjahr 75%). Die Ausschöpfung der kantonalen Kontingente stimmt über das Jahr nicht unbedingt mit der Anzahl der kontingentspflichtigen Bewilligungen überein. Diese kann insgesamt oder auch nur in einzelnen Kantonen etwas höher als das Jahreskontingent liegen, dies aus zwei Gründen:

  • Erstens sind die Kontingentseinheiten, die in einem Jahr nicht gebraucht werden, auf das folgende Jahr übertragbar.
  • Zweitens können in früheren Jahren erteilte Grundsatzbewilligungen (Zusicherungen von Bewilligungen an Verkäufer) auch später noch über einen bestimmten Zeitraum ausgeschöpft werden.

Grafik 1 kann entnommen werden, dass die Kontingente im langjährigen Durchschnitt nur etwa zu 80% ausgeschöpft wurden.

201404_19D_Grafik01.eps[1]

Bewilligungen und Handänderungen

2012 wurden in der Schweiz 1372 Bewilligungen für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland erteilt (im Vorjahr 1330). Der Grossteil der Bewilligungen wurde in den Kantonen Wallis (674), Tessin (209), Waadt (181), Graubünden (170) und Bern (93) erteilt (siehe Tabelle 1).

201404_19F_Tabelle01.eps[1]

Die Handänderungsstatistik gibt im Unterschied zur Bewilligungsstatistik Aufschluss über die tatsächlich ausgeübten Erwerbs­geschäfte. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85% aller Bewilligungen zu einem Grundbucheintrag. Die Differenz zwischen der Handänderungs- und der Bewilligungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und dem Eintrag im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und die Statistik auf die Hand­änderungen des erhobenen Jahres abstellen muss. Weiter kann es vorkommen, dass die Ausländer auf den Erwerb verzichten.

Im Jahre 2012 war die Zahl der Hand­änderungen von 990 Ferienwohnungen deutlich höher als im Vorjahr (821). Am meisten Grundbucheintragungen verzeichneten die klassischen Fremdenverkehrskantone: Wallis 654, Graubünden 152, Tessin 82, Bern 40 und Waadt 26. Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Erwerberinnen und Erwerber hat sich kaum geändert (siehe Tabelle 2).

201404_19D_Tabelle02.eps[1]

Nettozuwachs und ­Veräusserungsgeschäfte

Um den Nettozuwachs von ausländischem Ferienwohnungseigentum in der Schweiz zu berechnen, sind vom Total der Handänderungen einerseits die Rückerwerbe durch Schweizerinnen und Schweizer und andererseits die Veräusserungen von Ausländern an Ausländer in Abzug zu bringen. Für das Jahr 2012 ergibt dies nach ­Abzug von 276 Übertragungen zwischen Ausländern und 643 Rückübertragungen an Schweizer eine Zunahme von 71 Ferienwohnungen (Vorjahr: Abnahme von 48 Ferienwohnungen). Flächenmässig entspricht dies einer Zunahme von rund 50,6 Hektaren (Vorjahr: Abnahme von 8,5 Hektaren). ­Detaillierte Angaben über die Verteilung nach Kantonen können Tabelle 3 entnommen werden.

201404_19D_Tabelle03.eps[1]

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern