Was entscheidet über den Erfolg einer Innovation?
Von 0 auf 100 km/h in 0,956 Sekunden: Der Academic Motorsports Club Zurich, ein Fokusprojekt der ETH Zürich, hat mit dem Rennwagen «Mythen WR» einen Weltrekord aufgestellt. (Bild: zvg, Studio Gataric Fotografie; Switzerland Innovation Park Zurich)
Ein Innovationspark vernetzt Wissenschaft und Wirtschaft, um Innovationen voranzubringen. Beispielsweise der Switzerland Innovation Park Zurich – kurz: Innovationspark Zürich. Er bietet eine physische Infrastruktur mit Werkstätten, Labors und Büros, einem Flugplatz sowie ein Netzwerk mit Forschenden und Unternehmen in den jeweiligen Branchen. Im Fokus stehen Robotik und Mobilität, Luft- und Raumfahrt, fortgeschrittene Produktionstechnologien und Materialien.
Wir sind Teil der Dachorganisation Switzerland Innovation Park mit insgesamt sechs Standorten. Alle Standorte sind rechtlich eigenständig. Das heisst, sie haben eine eigene Organisationsstruktur und sind jeweils thematisch unterschiedlich ausgerichtet.
Ich bin Teil der Stiftung mit Stiftern und Stiftungspartnern wie der ETH Zürich, dem Kanton Zürich, der Zürcher Kantonalbank, der Universität Zürich, der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt – kurz Empa – sowie der Städte Zürich und Dübendorf. Im Stiftungsrat sind zudem Vertreterinnen der relevanten Industrien.
Es braucht ein funktionierendes Ökosystem.
Von meiner Ausbildung her weiss ich, wie eng Bildung, Innovation und Wirtschaft verwoben sind. Plattformen wie der Innovationspark Zürich sind hilfreiche Innovationsbeschleuniger, da sie die Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen und Wirtschaft fördern.
Beispielswiese gelangen dem Studententeam vom Academic Motorsports Club Zurich – kurz AMZ – mit seinem E-Racing-Car Beschleunigungsrekorde: etwa bei der Beschleunigung von 0 bis 100 in unter einer Sekunde. Das aufstrebende Unternehmen Embotech forscht im Bereich selbstfahrende LKWs, und in der Raumfahrt haben Experimente unter Schwerelosigkeit neue Erkenntnisse gebracht. Ausserdem entwickelt das Unternehmen Angst + Pfister, das auf Werkstoffe spezialisiert ist, sogenannte Sensing Materials. Das sind intelligente Werkstoffe, die beispielsweise gleichzeitig Vibrationen dämpfen und Gewichte messen können. Das könnte hilfreich sein bei der Nutzlastmessung von LKWs.
Es braucht ein funktionierendes Ökosystem, das Wissenschaft, Start-ups, etablierte Firmen und Risikokapitalgeberinnen, Politik, Gesellschaft und Medien zusammenbringt. Wichtig sind auch Talente, Open-Innovation-Aktivitäten, das heisst strukturierte Innovationsprozesse über die Organisation hinaus, sowie die Einbettung in lokale Cluster – in Zürich sind das beispielsweise Robotik oder Raumfahrt.
Entscheidend war wiederum das Ökosystem. Für Starlab Space wichtig sind insbesondere die Spitzenforschenden, die Offenheit für Kollaborationen und Entwicklungsmöglichkeiten im Innovationspark – hinzu kommt der unmittelbare Zugang zur Start-und-Lande-Bahn des Flugplatzes Dübendorf für Flugtests.
Interview: «Die Volkswirtschaft»
Zitiervorschlag: Nachgefragt bei Fabienne Kiener, Innovationspark Zürich (2025). Was entscheidet über den Erfolg einer Innovation? Die Volkswirtschaft, 24. Juni.
