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Im Jahr 2011 wurden für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland rund 39% weniger Bewilligungen erteilt als im Vorjahr. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Erwerbe durch Ausländer ist ebenfalls deutlich niedriger als im Vorjahr, was sich auch auf die bewilligte Fläche auswirkte. Es wurden 821 Handänderungen im Grundbuch eingetragen. Nach Abzug der von Schweizern zurückgekauften und unter Ausländern übertragenen Grundstücke ergibt sich eine Abnahme von 48 Wohnungen des ausländischen Ferienwohnungsbestandes.

Statistik über den Erwerb von ­Ferienwohnungen

Personen im Ausland können nur in jenen Kantonen Ferienwohnungen erwerben, welche dazu eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 17 Kantone, wobei nur in etwa einem Drittel davon auch tatsächlich eine grössere Nachfrage besteht.Folgende Daten werden erhoben:

  • Anzahl der erteilten Bewilligungen;
  • tatsächlich ausgeführte Handänderungen;
  • Fläche der Grundstücke;
  • Staatsangehörigkeit der erwerbenden Personen;
  • Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern;
  • Anzahl der Rückerwerbe durch Schweizerinnen und Schweizer;
  • Ausschöpfung der Kontingente.

Bewilligungskontingente

Der Bundesrat hat die gesamtschweizerische Höchstzahl der jährlichen kantonalen Bewilligungskontingente auf die gesetzliche Höchstlimite von 1500 Einheiten festgesetzt.Wie bis anhin kann ein Kanton die im laufenden Jahr nicht gebrauchten Kontingentseinheiten auf das darauf folgende Jahr übertragen. Ende Oktober des zweiten Jahres fallen diese an den Bund zurück und können auf Gesuch einem andern Kanton zugeteilt werden, wenn dieser sein Kontingent des laufenden Jahres bereits aufgebraucht hat. Es darf ihm aber höchstens die Hälfte seines ordentlichen Kontingents zusätzlich zugesprochen werden. Einzig der Kanton Wallis beanspruchte zusätzliche Einheiten aus dem Kontingent 2011. Das gesamtschweizerische Kontingent von 1500 Einheiten wurde zu 75% ausgeschöpft (im Vorjahr 76%).Die Ausschöpfung der kantonalen Kontingente stimmt im Jahr mit der Anzahl der kontingentspflichtigen Bewilligungen nicht unbedingt überein. Diese kann insgesamt oder auch nur in einzelnen Kantonen etwas höher als das Jahreskontingent liegen, dies aus zwei Gründen:

  • Erstens sind die Kontingentseinheiten, die in einem Jahr nicht gebraucht werden, auf das folgende Jahr übertragbar.
  • Zweitens können in früheren Jahren erteilte Grundsatzbewilligungen (Zusicherungen von Bewilligungen an Verkäufer) auch später noch über einen bestimmten Zeitraum ausgeschöpft werden.

Der Grafik 1 kann entnommen werden, dass die Kontingente im langjährigen Durchschnitt nur etwa zu 80% ausgeschöpft wurden.

Bewilligungen und Handänderungen

2011 wurden in der Schweiz 1330 Bewilligungen für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland erteilt (im Vorjahr 1854). Der Grossteil der Bewilligungen wurde in den Kantonen Wallis (700), Tessin (183), Waadt (165), Graubünden (135) und Bern (85) erteilt.Die Handänderungsstatistik gibt im Unterschied zur Bewilligungsstatistik Aufschluss über die tatsächlich ausgeübten Erwerbsgeschäfte. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85% aller Bewilligungen zu einem Grundbucheintrag. Die Differenz zwischen der Handänderungs- und der Bewilligungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und dem Eintrag im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und die Statistik auf die Handänderungen des erhobenen Jahres abstellen muss. Weiter kann es vorkommen, dass die Ausländer auf den Erwerb verzichten.Im Jahre 2011 war die Zahl der Handänderungen von 821 Ferienwohnungen deutlich niedriger als im Vorjahr (1375). Am meisten Grundbucheintragungen wurden in den klassischen Fremdenverkehrskantonen verzeichnet: Wallis 566, Graubünden 93, Tessin 75, Bern 32 und Waadt 9. Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Erwerberinnen und Erwerber hat sich kaum geändert (siehe Tabelle 1).

Nettozuwachs und Veräusserungs­geschäfte

Um den Nettozuwachs von ausländischem Ferienwohnungseigentum in der Schweiz zu berechnen, sind vom Total der Handänderungen einerseits die Rückerwerbe durch Schweizerinnen und Schweizer und andererseits die Veräusserungen von Ausländern an Ausländer in Abzug zu bringen. Für das Jahr 2011 ergibt dies nach Abzug von 212 Übertragungen zwischen Ausländern und 657 Rückübertragungen an Schweizerinnen und Schweizer eine Abnahme von 48 Ferienwohnungen (Vorjahr: Zuwachs von 545 Ferienwohnungen). Flächenmässig entspricht dies einer Abnahme von rund 8,5 Hektaren (Vorjahr: Zuwachs von 23 Hektaren). Detaillierte Angaben mit der Verteilung auf die Kantone können der Tabelle 2 entnommen werden.

Grafik 1: «Entwicklung der Kontingentsausschöpfung, 1985–2011»

Tabelle 1: «Handänderungen nach Nationalität pro Kanton, 2011»

Tabelle 2: «Nettozuwachs 2011»

Tabelle 3: «Bewilligungen und Handänderungen von Ferienwohnungen, 2011»

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern

Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht, Bundesamt für Justiz (BJ), Bern