«Wer in der Schweiz arm ist, muss nicht mehr hungern oder frieren»

Wo setzt man die Armutsgrenze an? Und was sagt die Armutsquote über das Leben der Menschen aus? Der Lausanner Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart spricht über Datenlücken in der Armutsstatistik und den Einfluss unserer Herkunft auf die Aufstiegschancen.

Arbeit ist der Schlüssel zur Armutsbekämpfung

Wer arbeitet, ist deutlich seltener arm. Eine hohe Erwerbsintensität im Haushalt schützt besonders gut vor Armut. Was braucht es, damit noch mehr Menschen Zugang zu stabiler Arbeit finden?

Atypische Arbeitsformen: Flexibilität mit Risiken

Temporärstellen oder Arbeit auf Abruf: Fast jede fünfte Erwerbsperson in der Schweiz arbeitet in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Das ermöglicht Flexibilität, kann für die Beschäftigten aber auch finanzielle Risiken zur Folge haben.

Migration: Erwerbsarbeit schützt nicht alle gleich vor Armut

Erwerbsarbeit ist der zentrale Schutz vor Armut. Doch nicht für alle funktioniert das gleich gut: Personen aus Drittstaaten sind häufiger Working Poor als etwa Schweizer oder EU-Staatsangehörige. In nachfolgenden Generationen gleicht sich das Risiko an.

Wer verzichtet auf Sozialhilfe – und warum?

Nicht alle Menschen würden Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beanspruchen, selbst wenn sie Anspruch hätten. Neue Daten zeigen, welche Gruppen besonders Vorbehalte haben und weshalb. Gerade vulnerable Bevölkerungsgruppen sind zurückhaltend.

Innovationsförderung in der Schweiz: Ein Paradigmenwechsel?

Die Schweizer Innovationsförderung ist von zwei Paradigmen geprägt: Der Staat hält sich bei der Vorgabe thematischer Prioritäten zurück und finanziert Unternehmen nicht direkt. Doch geopolitischer Wettbewerb und neue Technologien stellen diese Grundsätze zunehmend infrage.